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Artikelreihe: Frauen in der Mathematik

Emmy Noether

Amalie Emmy Noether wurde am 23. März 1882 in Erlangen geboren, als ältestes von vier Kindern. Ihre Eltern waren der Mathematiker Max Noether und seine Frau Ida, geborene Kaufmann, beide jüdischer Abstammung. Ihr Bruder Fritz wurde ebenfalls Mathematiker.

Noethers Ausbildung war typisch für eine "höhere Tochter": Schulbesuch bis zum Alter von fünfzehn, Klavierstunden, Lektionen ber Haushaltsführung. Doch sie wollte studieren, was zur damaligen Zeit nur sehr begrenzt möglich war: Um 1900 ließen deutsche Universitäten Frauen nur als Gasthörer zu, und auch das nur mit besonderer Erlaubnis der Vorlesenden. So besuchte Noether von 1900 bis 1904 als Hospitantin Vorlesungen (u.a. bei D. Hilbert, F. Klein, H. Minkowski) in Erlangen und Göttingen, bevor 1904 in Erlangen Frauen zur Immatrikulation zugelassen wurden.

1908 promovierte Noether summa cum laude in Erlangen, und arbeitete dort einige Jahre ohne feste Anstellung am Mathematischen Institut. 1915 holten sie Hilbert und Klein nach Göttingen, dem damaligen Zentrum der mathematischen Forschung, doch trotz ihrer Unterstützung konnte Noether erst 1919 habilitieren; in diesem Jahr fiel diese letzte Beschränkung des Frauenrechts an Hochschulen. 1922 wurde Noether zum außerordentlichen Professor ernannt, und 1923 erhielt sie (auf Betreiben Hilberts) ihren ersten Lehrauftrag. Im Winter 1928/29 nahm sie eine Gastprofessur in Moskau wahr.

Durch ihre bahnbrechenden Arbeiten auf den Gebieten der Invariantentheorie, der allgemeinen Idealtheorie, und der nichtkommutativen Algebra wurde Noether zur bedeutendsten Mathematikerin ihrer Zeit, ein Ruf, der bis heute anhält. Sie trieb den Übergang zum abstrakten Denken und zur axiomatischen Methode voran. Über die Jahre zog sie viele begabte Schüler an, die ihre Ideen und Auffassungen weiterentwickelten; andere große Mathematiker dieser Zeit, z.B. van der Waerden, wurden von ihr beeinflußt.

Doch trotz ihrer Berühmtheit, und trotz der Intervention von Kollegen aus ganz Deutschland, wurde Noether kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 die Lehrberechtigung entzogen, woraufhin sie eine Gastprofessur in den Vereinigten Staaten, am Mädchencollege in Bryn Mawr, annahm, und 1934 endgültig dorthin übersiedelte.

Am 14. April 1935 starb Noether dort überraschend nach einer Operation. Sie wurde in Bryn Mawr beigesetzt.

Quellen:

  • "Women Of Mathematics -- A Bibliographic Sourcebook", edited by Louise S. Grinstein and Paul J. Vampbell, Greenwood Press 1987; pp. 165-170: "Emmy Noether (1882-1935)" by Gottfried E. Noether
  • "Lexikon bedeutender Mathematiker", Hrsg. S. Gottwald, H.-J. Ilgauds, und K.-H. Schlote; Verlag Harri Deutsch 1990

Literatur:

  • Emmy Noether: Gesammelte Abhandlungen. Springer-Verlag 1983

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